3.10.2001

Zum 33. ist eine große Geschenketafel zusammen gekommen. F. schickten ihr Ostpäcken, dann die Geschenke von meiner Familie – sehr schön. z.Z. hole ich meine Balkonsaison nach, nach dem Scheissseptember ist nun mal strahlende Sonne. Scheissseptember vorallem wegen dem 11.: Vernichtung des Worldtradecenters + Anschlag auf das Pentagon durch Terroristen die entführte Linienmaschinen versenkten. Das hat die ganze Welt schockiert! Auch mich !!!

Die ersten Bilder wirkten so surreal, wie in einem Hollywoodstreifen, unfassbar dass das echt war mit 6000 Toten. So lange man es im TV sah, war man gefangen, bei Tätigkeiten in der normalen Welt wurde es unfassbar. Krieg! Die Amis riefen eine weltweite Koalition aus zusammen und werden nun versuchen den Terrorismus auszurotten. Zuerst in den afghanischen Bergen, wo der Urheber / fundamentalistischer Islamist ist. Keine einfache Sache. Ich war erst mit Dirk, in unserem verregneten Septemberurlaub, in den Dolomiten, in einem Berggebiet, was im 1. Weltkrieg zur Verschanzung diente. Wurde nicht eingenommen. Das ganze Drama hat natürlich auch für einen selbst existenzielle Fragen aufgeworfen. Man selbst ist ja nicht bereit in den Krieg zu ziehen – eine Eskalation ist nicht auszuschliessen – wer in unserer Spassgesellschaft ist es überhaupt? T., N. auch nicht, wer lässt sich da den Arsch aufreissen. Sind es die Amis, einfach ständig gewöhnt miltiärische Aktionen durchzuführen? Ist es für uns immer alles zu weit weg? Fühlen sich die Menschen noch nicht bedroht genug?

Wirtschaftlich wird es natürlich grosse negative Auswirkungen haben, wir standen eh schon am Rand der Rezession. Von den Aktien gleichmal abgesehen! Wenn ich meine Schuldenberge sehe, keine Reserven mehr. z.B. Swiss Air hat gestern dicht gemacht, war zwar vorne weg schon stark angeschlagen. Aber ein gutes Fundament hat die Bahn ja auch nicht. Ich kenn solche Krisen nur aus Geschichtsbüchern, aber ich fühle mich sehr unwohl, wenn ich mir vorstelle, ein großer Wirtschaftscrash. Arbeitslosigkeit, Hunger, das Leben verlässt seine luxuriösen Bahnen.

Ich lebe nur von Krediten, so wie es in der Spassgesellschaft sein muss, aber wenn dann Schluss wäre – wäre das es auch. Anderseits, was nützen einem ein paar Tausender auf der hohen Kante, alles liegt nur in elektronischer Form vor, was bedeutet Besitz überhaupt im Krieg?

Ich tue auch nichts, aber es gibt auch keinerlei Panik bei uns in Deutschland: keine Hamsterei, keine Schlangen vor den Banken. Aber wie weit sind wir von einem z.B. Giftgasanschlag entfernt. Die, die den Tod nicht fürchten, schrecken vor nix zurück, Strafe ist bedeutungslos geworden!

Wir hatten nun in unserer Generation so viel Glück bisher, die friedliche Wende z.B., das soll doch bitte  noch nicht aufgebraucht sein.

Schlecht vorbereitet bin ich auch meinen eigenen würdevollen Tod abzusichern …. da denkt man erstmal wieder dran 2004.

Im Scheissseptember gab es auch zwei Zugunglücke durch menschliches Versagen (z.B. auf der italienischen Seite des Brenners), ich hatte mir ganz bewusst vorgenommen, so konzentriert zu arbeiten, wie immer, auch wenn man immer daran denken musste. T. Cousine war ja auch noch verschollen auf ihrer Hochzeitsreise in New York! PEACE     

Ich glaube, man nennt es nun asymmetrische Kriegsführung was übrig geblieben ist, denn auch wenn Bin Laden noch Jahre später getötet wurde, werden uns Anschläge aus dem islamistischen Lager immer weiter in unserem Leben begleiten. Dann gibt es Jahre mit viel friedlicher Ruhe und dann knallt es eben in Paris oder Brüssel, immer noch klein und überschaubar in ihren Auswirkungen, bei allem Leid für die Betroffenen, aber am Ende wird man es nicht verhindern können. Herr über sein Staatsgebiet, seine Grenzen zu sein, wäre sicher hilfreich, dass ist aber laut Kanzlerin nicht möglich.

 Übrigens, auf die Frage, wo waren Sie als ….. , kann ich das beim Mauerfall nicht mehr genau benennen, bei den Anschlägen war ich bei N. zum Videoschneiden und seine Frau kam dann von der Arbeit und überbrachte uns die „frohe“ Kunde.

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