10.April 2003 – (zweiter Abschnitt)

Meine kleine Kreuzfahrt über Nacht auf dem „Fluss der Könige“ war absolut toll. Im bewährten Kolonialstil ging es auf einer alten Reisbarke mit Klimaanlage und Dusche und 5 Bootsjungen für 9 Gäste gen Norden. Leider schmeckt mir das Thaisessen immer noch nicht, doch auch beim Dinner soll es einen exzellenten Service gegeben haben, wir mir die P. (Pensionäre aus Osnabrück) berichteten.

Endlich mal auf dem Fluß aus der Stadt fahren, es war wie erträumt, tausende von Wats kamen hinzu. Am Morgen meine erste religiöse Handlung in meinem Leben, überreichen von Gaben an unseren Ortsmönch der Anlegestelle, der dann ein Gebet für uns sprach. War das nun touristisch oder wollte ich das wirklich? Ich denke, nach dem Lesen eines Buddhismusbuches, es bleibt mir sehr schwierig an mystisches zu glauben, ich habe begonnen zu meditieren, aber dies tut Harald Schmidt auch, angeblich ist es der Schritt im Buddhismus zur Religion.

Auf die Frage bist du ein Buddhist, würde ich sagen: Sympathisant,  eine Chauffeurin im Marriot beantwortete es gleich mit „ja“, obwohl sie keine Zeit zum meditieren hat. Ich habe mich dem ja auch auf dem kulturellen Weg genähert, angezogen von der Kultur der Thais, den Tempeln & Buddhastatuen , hatte ich mir das Buch gekauft, um mehr darüber zu erfahren, bin also nicht damit aufgewachsen, wie beim letzten Bangkok Besuch, wollte ich auch diesmal der Empfehlung des Reiseführers folgen, mal eine Meditationsschule in einem Kloster zu besuchen, das letzte mal war Renovierung und diesmal war der englisch sprechende Mönch nicht da, aber ich habe dort T. K. getroffen (US-Koreanerin in Australien lebend), die ihren eigenen Meditationslehrer hat und sie hat mir ein bissel was erzählt. Daraus entwickelte sich ein fantastischer Nachmittag mit anschliessenden Dinner auf der Terrasse des Oriental.

Wir waren im What Pho und haben eine Klonkbootsfahrt gemacht, sie ist total spontan und war auch immer die treibende Kraft, ich hätte sie sicher nicht gefragt, wegen des gemeinsamen Dinners, aber so habe ich mich mitziehen lassen und hatte plötzlich einen ganz aufregenden Tag, weil ja völlig unerwartet!

Ein geplanter E-mail Kontakt hat aber leider nicht Fuss gefasst. Klar habe ich sie dann am nächsten Tag in Hongkong vermisst, weil man sich erst wieder an das allein sein gewöhnen muss, das man eben seine Eindrücke nicht so leicht teilen kann, auch wenn man dann glücklich ist. Ähnlich wenn ich von zu Hause komme und danach erst wieder mein geliebtes Einsiedlerleben aufnehme. 

Zurück zur Bootstour am zweiten Tag, dann „schwitzen, leiden, Buddhas gucken“ dazu noch zwei Paläste. Aus Spargründen war mein Windsorsuite Hotel  eine Katastrophe … aber verschwenden wir keine Tinte!

Da hat man gesehen, wie leicht es Frauen fällt, Eindruck zu schinden, abends kam sie mit einem Hauch AugenmakeUp und ich hatte das Gefühl einen anderen Menschen zu sehen. Sie wollte auch, dass ich nicht nach Hongkong fliege und weitere Zeit mir ihr verbringe, sie war zu einer Hochzeit eingeladen, aber so spontan kann man schon aus finanziellen Gründen in der Holzklasse des Lebens nicht sein. War jedenfalls ein richtig toller Tag in meinem Leben!

Das mit der Hinwendung zum Buddhismus und das Meditieren war eine kurze Lebensphase, ich konnte es dann hier in Europa auch nicht länger in den Alltag integrieren. Für unsere Kultur ist es halt schwer, was zu tun ohne etwas davon zu erwarten – und genau darum geht es beim meditieren. OHMMMMMM!

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2 Antworten zu 10.April 2003 – (zweiter Abschnitt)

  1. Ghost Leader schreibt:

    Musst Du mir bei Gelegenheit bitte mal zeigen, was Du unter Meditation verstehst.

  2. C.S. schreibt:

    Tztz, von der Frau hast Du mir damals aber gar nix erzählt^^ Ich hörte immer nur etwas von Frauenfrust …

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