Nordpol

Nachdem ich mir einen aussergewöhnlichen Feieransatz zum 50. nicht leisten konnte, war ich erst bockig und dann habe ich mir aber auch überlegt, es gibt auch gar nichts zu feiern, abgesehen vom körperlichen Verfall, ist meine Lebensqualität genau so im Keller, wie zum 30 jährigen, damals Verlust des Arbeitsplatzes, der Heimat.

Heute wieder Verlust der Heimat durch die kulturelle Formation unser westdeutschen Siedlungsgebiete durch Multiethnien und ich lebe halt im Westen, beruflich bedingt.

Also keine Feier, ich seile mich ab. Ich hatte mich ja hochgeschlafen bei hrs und so einen kostenlosen Hotelgutschein bekommen, zwei Übernachtungen für zwei mit Frühstück. Das wollte ich natürlich abgeben an die Kinder, aber die satten Millionärsproleten wollten nicht.

Im Zuge der Planung, das Luxuskino in Nürnberg für eine Privatveranstaltung zu mieten, habe ich diesen Gutschein für Nürnberg eingelöst und nun musste ich natürlich auch das Ganze final nutzen. Warum nicht gleich zum Geburtstag, auf der Rückfahrt von Chemnitz?

Jetzt habe ich erstmal für 60 Euro Kinotickets gekauft, es läuft sogar noch Mission Impossible. Morgen Früh Die unglaublichen im Grossen Saal. Gleich noch ein Actionkracher mit Mark Wahlberg und einem Chinati am Platz, wenn ich das Gepäck im Hotel habe.

Meine Schwester unkte ja, wenn ich mich so von der Familie entferne, werde ich zum 70 allein feiern, so, wie wir mal eine Omi im Adlon gesehen hatten, da wusste ich noch nicht sicher, ob die 2 Sterne Küche zum Feiertag ihre Tore öffnen wird. Mittags nicht, aber abends bot man mir einen Platz an:

 

Wie man sieht, ist das Restaurant sehr klein, 18 Plätze, acht waren heute abend belegt, weil so klein sitzt man mit dem Eigentümer und den Angestellten recht nah beieinander und sieht dann, wie den ganzen Abend gesurft und diskutiert wurde….soll jeder selbst bewerten, ob das bei 2 Michelins noch vertretbar ist.

Gemütlich war es alle mal:

 

Großartig den Kopf zu zerbrechen, was man isst, braucht man nicht, denn es gibt nur ein 7 Gang Menü, was dann noch vegetarisch abgeändert werden kann oder man sagt,  „Rote Beete“, ne will ich nicht, aber der Restaurantleiter hat in diesem konkreten Fall gleich gesagt, es hat nach 15 Stunden Zubereitung nichts mehr mit dem Original zu tun und wird hervorragend munden. 

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Los geht´s aber erstmal mit 5 in Worten fünf !!! Grüssen aus der Küche, dazu gehört auch der oben abgebildete Löffel, was sich da windet ist Maishaar…also die Kreativität und die Einfälle waren gigantisch, ebenso die aromatische Reise die mit einher ging. Fermentierte Radicreme war in den Amuse Bouche mein Highlight, dazu gab es gedampftes Brot.

Dieses Brot war auch mal geschmacklich neutral, denn im Tafelbrot waren schon wieder Karotten drin und man hätte zwischen den Gängen immer mal was zum neutralisieren gebraucht, weil z.B. Kümmelcreme so ein straffes Aroma aufzubringen vermochte, dass dann das mit Wein nicht zu „bereinigen“ ging. Ich hatte die Weinbegleitung bei 7 ! Gängen aussen vor gelassen und habe mir zweimal den Grauburgunder servieren lassen, von Holger Koch aus dem Badischen.

Beim Lamm bin ich dann nochmal nach Rot Californien gewechselt, Zinfandel super, das Fleisch war aber zu schwierig. Meine, herrliche Kruste mit einer schönen Fettschicht gepolstert, aber einfach zäh und ich will im Sterneladen nicht katschen.

Gegrillt haben sie viel, z.B. Lauch – hier haben sie das mit Absicht komplett verkohlen lassen, um Aroma zu erzeugen – ich bewerte, dies mal als crazy und was gab´s was zum Dessert ???- wenn man auf die Speisekarte schaut  >Gar nichts! Aber wenn man solch eine kreative Gabe hat wie die zwei, macht man aus“Kartoffeln mit Kräutern“ eben das Dessert, Eis aus Kartoffelschalen, in Zuckerwasser gegarte Kartoffelscheiben angegossen, mit was aus Apfel, Estragon mit Zuckerkristallen obenauf. Krönender Abschluss von 3 1/² Stunden Gourmetwahnsinn. 

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Einen Teil der Abschiedschokolade habe ich mir dann einpacken lassen, das war für zwei gedacht, aber umkommen lassen wollte ich es natürlich auch nicht. 205 € ging schon, durch den Regionalen Ansatz, gab es nichts, eingeflogenes, bleiben auch die Kosten im Rahmen.

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